| Autor |
Thema: Stephen Kings Kingdom Hospital |
# 1
Kittie
Film Guru

     ID # 54


|
erstellt :
17. Januar 2008 15:16
zitat
pm mail hp

Regie: Craig R. Baxley
Darsteller: Andrew McCarthy, Bruce Davison, Diane Ladd, Brandon Bauer, Jack Coleman
Story:
(Ich werde nicht auf alle 13 Episoden einzeln eingehen, sondern nur kurz die Rahmenhandlung wiedergeben.)
Dort wo heute das Kingdom Hospital steht, war früher eine Textilfabrik in der Kinder in 16 Stunden schichten arbeiten mussten. Eines Tages gab es einen Brand in der Fabrik und sehr viele Kinder verloren ihr Leben.
Dies ist aber schon fast in Vergessenheit geraten und man erbaute auf diesen verfluchten Ort das Kingdom Hospital in dem es nun spukt, aber auch das stört nicht dem Alltag im Krankenhaus - bis der Künstler Peter Rickman, welcher von einem Auto umgefahren wurde, ins Kingdom Hospital kam.
Peter befindet sich zwischen den Welten und hat Kontakt mit dem Geistermädchen Mary und dem "Ameisenbär" Antibus - und irgendwie müssen sie es schaffen das Kingdom Hospital zu retten, "denn die Welt ist dabei sich weiter zu drehen".
(Die Leute, die die "Dunkle Turm Saga" kennen, werden wissen was ich hiermit meine. Anders kann ich es aber nicht erklären, sonst müsste ich zu tief in die Serie einsteigen und das würde hier zu umfangreich werden und ich müsste spoilern, aber das möchte ich möglichst vermeiden.)
Meinung:
Ich glaube dies hier ist eine der besten Horror-Serien, die ich kenne. Für Stephen King Fans sowieso absolut empfehlenswert, denn es gibt viele Hinweise auf seine eigenen kleinen Kosmos.
Vorallem die erste Episode, welche hier die Einzige sein wird auf die ich näher eingehen werde. King Fans werden bestimmt wissen, dass 1999 einen Unfall hatte. Er wurde von einem kleinen Transporter angefahren und beinahe getötet wurden. Der Fahrer des Transporter war betrunken und nach eigenen Aussagen von seinem Hund abgelenkt und konnte so nicht auf die Straße achten und sah King nicht wie dieser am Straßenrand spazieren ging und erfasste ihn eben.
Hier in der Serie geht Peter Rickman joggen, auch am Straßenrand und dann kommt auch hier ein kleiner weißen Transporter angefahren, welcher Peter erwischt und sehr schwer verletzt. Und auch dieser Fahrer hier war von seinem Hund abgelenkt, weil dieser sich an der Kühlbox zu schaffen macht und eben Herrchen sein Abendessen fressen will.
Das verursachte damals beim ersten Mal sehen schon mächtig Gänsehaut und heute auch immer noch. Und wo ich schon bei King persönlich bin: er hat auch hier einen kleinen Cameo-Auftritt als Hausmeister und wie oben schon angedeutet gibt es hier viele andere Verweise zu seinen anderen Werken. So werden hier Bücher wie "Sie" gelesen. Welches Buch der Ersatz-Hausmeister las, hab ich mir leider nicht notiert.
Was auch noch wichtig zu erwähnen ist, wäre das es sich hier um ein Remake handelt. Die Vorlage lieferte Lars von Trier's "Geister". Dies ist auch eine Horrorserie, welche ich aber nicht kenne. Daher kann ich auch keine Vergleichsmöglichkeiten liefern oder sagen wie die beiden Serien zusammenhängen.
Wenn man sich die Serie ansieht, wird man auch schnell merken, dass man hier mehr Wert auf Spannung legte. Es gibt zwar kleinere blutige Szenen, die zwar gut gemacht sind, aber wer nur auf sowas aus ist, wird hier keinen Gefallen dran finden. Man setzte mehr Wert auf eine unheimliche Atmosphäre, die sich auch sehr gut halten kann - gerade in den Szenen mit Antibus (auf ihn komme ich später auch noch mal zu sprechen). Aber es gruselt hier einen nicht nur, sondern für Witz wurden auch gesorgt. Da wäre der kopflose Körper, der rumläuft und eben seinen Kopf sucht - an sich eine schreckliche Sache seinen Kopf zu verlieren, aber es sieht irre witzig aus, wenn er da rumrennt und ihn sucht und hier und da irgendwo gegen knallt. Oder die Krankenschwester, die kein Blut sehen kann und so hin und wieder mal in Ohnmacht fällt.
Auch sonst ist das Kingdom voller durchgeknallter Charaktere. Der Direktor der Klinik hat nur sein Projkekt "Morning Air" im Kopf, dem neuen Chefarzt kann man nichts recht machen und in Boston ist sowieso alles besser oder der fast blinde "Portier" mit seinem Hund Blondie, der eigentlich nichts in einem Krankenhaus zu suchen hat, aber ok. Und natürlich Dr. Hook, der eigentliche Sympathieträger, der sich wirklich für seine Patienten einsetzt und auch mehr zugänglich für das Übernatürliche ist.
Beim Übernatürlichen wären wir dann auch schon bei Mary und Antibus. Mary war eins der Kinder, welches beim Brand in der Fabrik ums Leben kam und nun durch Kingdom Hospital spuckt. Und sie ist ein armes kleines Geschöpf - ihr wurde früher Schreckliches angetan und sie ist auch nicht wirklich unheimlich; man hat er Mitleid mit ihr und man wartet immer gespannt drauf Neues von ihr und somit aus der vergangenen Zeit zuerfahren.
Antibus ist ein "Ameisenbär", der im Computer entstand. Und dafür, dass eher "wenig" Geld zur Verfügung stand, hat man sich verdammt viel Mühe mit ihm gegeben und sein Fell sieht wirklich gut aus. Sehr gute Computereffekte, die man sonst in "großen" Produktionen vergeblich sucht. Aber aus spoiler-technischen Gründen kann ich nicht näher auf die Figur des Antibus eingehen. Aber eins kann ich euch sagen - dieser Typ ist unheimlich; auch wenn er es mag hinter den Ohren gekrauelt zu werden und auch lieb sein kann, ist und bleibt er unheimlich.
An den schauspielerischen Leistungen hab ich nichts auszusetzen. Alle gehen in ihren Rollen auf und können überzeugen. Regie- und Kamaraarbeit sind auch vollkommen in Ordnung - auch wenn man sich hier den Trunk Shot von Tarantino abgeguckt hat.
Was bleibt mir noch zu sagen? Für King Fans lohnt sich diese Serie alle mal. Dann bietet sie auch noch eine packende Geschichte, die spannend (atmosphärisch) umgesetzt wurde und in jeder Episode passiert es anderes (ist vielleicht eine etwas unpassend gewählte Formulierung, aber ich denke ihr versteht was ich meine) und die Situation im Kingdom Hospital spitzt sich immer mehr zu und endet dann in einem genialen Finale. Absolut sehenswert... schade das es keine zweite Staffel geben wird.
Bewertung: 
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