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Autor Thema: Review: EISBLUT - Schlachtwerk
# 1
Kittie
Film Guru



ID # 54







   erstellt : 23. August 2009 17:56      zitat      pm    mail    hp     

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VÖ: 29.08.2005

Tracklist:

1. Wenn der König stirbt
2. Silbersarg
3. Sag: Ich will tot sein
4. Überreste
5. Wiegenlied vom Totschlag
6. Gespenst in den Trümmern
7. ?
8. Schlachtwerk
9. Krankes Herz
10. Über dem Jenseits
11. Menschenfl eischwolf
12. Am Glockenseil
13. Altersheim

Kommentar:

Lange - sehr lange sogar - vor der eigentlichen VÖ machte der Name Eisblut seine Runde innerhalb der Metal-Szene und 2005 war es dann endlich soweit - Eisblut veröffentlichten ihr Debütalbum Schlachtwerk. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber Eisblut ist ein gemeinsames Projekt von Michael "Blutkehle" Roth und Bursche Lenz, welchen den Fans bestens durch die Band Eisregen bekannt sein dürften.

Bei Schlachtwerk erkennt man auch ganz klar die Wurzeln, aber hier geht es doch um einiges härter zu als in den Texten von Eisregen. Dies zeigt uns auch eine kurze Analyse der Texte. Dort findet man wieder Motive aus Horrorfilmen wie in dem Lied "Am Glockenseil", welches die Geschehnisse aus dem Horrorfilm "Ein Zombie hing am Glockenseil" vom Regisseur Lucio Fulci wiedergibt oder das Lied "Über dem Jenseits", welches an den Film "The Beyond" angelegt ist.

In Schlachtwerk findet man auch viele Serienmörder, die hier als Inspiration dienten. So thematisiert "Wiegenlied vom Totschlag" den deutschen Serienmörder Adolf Seefeldt, welcher auch als "Sandmann" bekannt ist oder auch als "Onkel Tick-Tack" - er war von Beruf her Uhrmacher. Er treib sein Unwesen zwischen 1923 und 1935 und ihm wurde der Mord an 12 Jungen nachgewiesen, aber es gibt die Vermutung, dass es eigentlich Hunderte waren. Ihm wurde dann der Prozeß gemacht und am 23. Mai 1936 wurde er durch das Fallbeil in Schwerin hingerichtet.

Weiterhin findet man den Serienmörder Bruno Lüdke ("Gespenst in den Trümmern". Sein Unwesen trieb er zu NS-Zeiten, er mordete Frauen und missbrauchte diese anschließend. Er gestand 84 Morde, aber die Zahl ist umstritten, denn es sollten ihm auch andere Morde angehängt werden. Und in der NS-Zeit wollte man diese Taten auch geheim halten, sodass es keinen Prozess gab. Aber 1944 wurde er in einem Wiener Krankenhaus durch Giftinjektion hingerichtet.

Zu guter Letzt ist da auch noch Karl Denke ("Menschenfleischwolf", ein weiterer deustcher Serienmörder und Kannibale, der sein Unwesen in der Teichstraße 10 in Münsterberg trieb. Noch bevor Denke vernommen werden konnte, erhang er sich in seiner Zelle, aber bei seiner Hausdurchsuchung fand die Polizei ein Unmenge an menschlichen Knochen, Zähnen und Menschenfleisch, welches Denke als Nahrung diente. Überführt werden konnte Denke nur, weil der arbeitslose Steinhauer Vincenz Olivier ihm entkommen konnte. Olivier sollte für Denke einen Brief schreiben, er sollte dafür auch entlohnt werden, aber das war nur Vorwand, denn Denke wollte Olivier hinterrücks erschlagen, aber dieser bemerkte es rechtzeitig und erlitt nur eine Wunde am Kopf und konnte fliehen. Aber nicht nur Denke kostete von dem Menschenfleisch, sondern auch andere ahnungslose Bürger - Denke verkaufte einen Teil vom Fleisch auf dem Wochenmarkt.

Ich könnte ewig weiter drüber erzählen... es ist eins meiner Lieblingsthemen. Irgendwie auch schade, dass die anderen Lieder sich wieder dem Fiktiven zu wenden. So zum Beispiel das Lied "Schlachtwerk". Der Text handelt von einem Masochisten, der sich langsam immer mehr verstümmelt um daraus sexuelle Reize zu gewinnen.

"Altersheim" und "?" sind kurze Einspieler wo besonders in "?" die Kinder aus Darmstadt angesprochen werden.

Die anderen Titel sind fast selbst erklärend oder eben nicht ganz so "düster". Zum Gesang sei noch gesagt, dass hier am meisten "gegrunzt" wird. So zumindest mein Eindruck im Vergleich zu den Sachen von Eisregen. Roths Stimme ist hier sehr viel brachialer - aber es gibt auch im Gegenzug Textpassagen, die sehr melodisch daher kommen. Also gibt es einen guten Ausgleich zwischen den Stimmebenen.

Trotz all der Gewalt und den Abscheulichkeiten sollte man dies nicht so ernst nehmen. Ist wie mit manchen Horrorfilmen - ist es eine andere (kontroverse?) Kunst. Deswegen wohl auch nur etwas für Fans und Freaks...

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