| Autor |
Thema: Review: Die Folterkammer des Hexenjägers |
# 1
Kittie
Film Guru

     ID # 54


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erstellt :
18. November 2007 17:29
zitat
pm mail hp

Originaltitel: The Haunted Palace
Regie: Roger Corman
Darsteller: Vincent Price, Debra Paget, Frank Maxwell, Lon Chaney Jr.
Review:
Wir schreiben das Jahr 1756 und in einer dunklen Nacht, in der ein Gewitter tobt, geht eine junge Frau zum Schloß vom Hexenmeister Curwen. Sie scheint unter irgendeinen Zauber zu stehen, denn sie bemerkt nicht einmal, dass sie von zwei Männern verfolgt wird.
Die Männer verfolgen die junge Frau bis zum Schloß und warten, dass sie hinein geht. Dann kehren die Zwei um und trommeln im Dorf eine Meute von Menschen zusammen, die dann gemeinsam mit Fackeln sich auf dem Weg zum Schloß machen.
In der Zwischenzeit vollzieht Curwen ein Ritual und macht die junge Frau noch willenloser, wird aber von der nahenden Meute gestört und diese erkennt sofort, dass mit der jungen Frau etwas nicht stimmt und so landet Curwen sogleich auf den Scheiterhaufen, aber zuvor verflucht er noch das ganze Dorf bis in alle Ewigkeit.
Über 100 Jahre später kommt Charles Dexter Ward mit seiner Frau nach Arkham, denn er ist nicht nur ein Verwandter Curwens, sondern er erbte auch das alte Schloß und will es nun verkaufen und sich gar nicht lange in Arkham aufhalten.
Doch als er im alten Schloß eintrifft, bleibt er doch erstmal und der Geist Curwens ergreift Besitz von Ward. Curwen hat nun einen neuen Körper und will auch gleich sein altes Handwerk weiterführen und sich an seinen Mördern rächen...
Die Folterkammer des Hexenjägers ist ein Gruselfilm von 1963 und basiert auf eine Vorlage von Edgar Allan Poe und dieser Film ist verdammt gut gewurden.
Es fängt schon mit einem sehr schönen Intro an, denn während die Namen der Mitwirkenden nacheinander eingeblendet werden, sieht man im Hintergrund wie eine Spinne ihr Netz webt. Sehr schöne Idee und dies dürfte bei den ein oder anderen ein Ekel- oder Angstgefühl auslösen.
Aber nicht nur mit der Angst vor Spinnen wird hier gespielt, sondern es kommen auch weitere klassische Angstauslöser zum Einsatz. Da hätten wir Schlangen, neblige Nächte mit Gewitter, ein dunkles Schloß in dem ein Hexenmeister haust und dort seltsame Rituale durchführt und das ein oder andere Monster im Keller hat und im verfluchten Dorf laufen Missgestaltete rum. Und diese sehen wirklich schrecklich aus. Als ich das Kind zum ersten Mal sah, hatte ich schon einen kleinen Schreckmoment.
All das zusammengenommen erhält man eine sehr dichte und umheimliche Atmosphäre, welche auch durch den Einsatz der hier verwendeten Musik unterstützt wird. Verwendung finden hier Trompeten (?), Geigen und Trommeln und diese erzeugen diese "dunklen" Töne. Ich sah diesen Film mal im Halbschlaf und nahm die Musik mehr unterbewusst war und als plötzlich die Musik zum richtigen Einsatz kam, war ich wieder hellwach.
Zu erwähnen wäre noch, dass der Titel schlimmer klingt als der Film eigentlich ist. Die Folterkammer ist eigentlich keine. Die Frauen werden dort zwar angekettet, aber von Folter bekommt man dort nichts zu sehen. Folterungen würden auch nicht in diesen Film passen. Hier soll man sich mehr gruseln - was auch gelingt - und nicht schockiert werden.
Man sollte hier auch nicht erwarten, dass das Blut literweise fließt. Wenn ich mich recht erinnere gibt es kein Blut zu sehen. Was man zu sehen bekommt ist kurz ein verbrannter Leichnam und auch sonst gibt es hier keine Gewaltorgien. Also werden Gorekiddies wohl eher einen Bogen um den Film machen.
Die Darsteller liefern alle gute Leistungen ab und können in ihren Rollen auch überzeugen. Hier möchte ich auch mal bemerken, dass die Frauen damals noch richtig geschrien haben. Damals haben die das noch richtig hinbekommen und es ist nicht so ein Rumgequiecke wie man es in den heutigen Filmen oft zu hören bekommt - einfach nur ekelhaft. Der einzigste Film von heute wo man einen richtig guten Schrei zu hören und zu sehen bekommt, ist in "Everlasting Hate" - jedes Mal wenn die Frau da schreit bekomm ich Gänsehaut, aber das nur mal als Nebenbemerkung.
Was bleibt noch zu sagen? Eigentlich nicht viel, ausser das Leute, die auf gepflegtes altes Gruselkino stehen und eine unheimliche Atmosphäre zu schätzen wissen, sind hier bestens aufgehoben.
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