| Autor |
Thema: Review: An American Crime |
# 1
horror1966
Gründer-Helfer

     ID # 64

|
erstellt :
21. August 2008 18:58
zitat
pm mail hp

Titel : An American Crime
Originaltitel : An American Crime
Land / Jahr : USA / 2007
Altersfreigabe : FSK 16
Regie : Tommy O'Haver
Darsteller :
Ellen Page Catherine Keener Hayley McFarland Ari Graynor Evan Peters Bradley Whitford Hannah Leigh Dworkin Scout Taylor-Compton Carlie Westerman Nick Searcy James Franco Tristan Jarred
-----------------------------------------------------------------------------------
Kurzbeschreibung des Films :
Indiana, Illinois, Sommer 1965: die 16-jährige Sylvia (Ellen Page) und ihre Schwester Jenny (Hayley McFarland) müssen mit ihren Eltern Lester (Nick Searcy) und Betty Likens (Romy Rosemont) oft umziehen, da sie einen Jahrmarktstand betreiben, weshalb sie die ganze Zeit durch die USA ziehen. Als eine längere Reise ansteht, geben sie die beiden Mädchen in die Obhut von Gertrude Baniszewski (Catherine Keener), einer allein erziehenden, gesundheitlich angeschlagenen, siebenfachen Mutter, die sich mit allen möglichen kleineren Aufträgen von Nachbarn finanziell über Wasser hält. Gegen eine 20$-Wochenbezahlung nimmt sie Sylvia und Jenny bei sich auf. Als in der ersten Woche der Scheck Lesters verspätet ankommt, bestraft sie dafür Jenny und Sylvia, die alles ohne Widerworte über sich ergehen lässt und sogar die Schläge für Jenny einsteckt. Nachdem Gertrude dann auch noch erfährt, dass Sylvia angeblich ihre Tochter Paula (Ari Graynor) als Hure bezeichnet und sagt, sie sei schwanger, misshandelt sie sie immer wieder unter dem Vorwand der Lügerei. Die Foltereien werden immer schlimmer, doch da selbst die eigenen Kinder und die Nachbarskinder mit der Zeit dabei zusehen und mitmachen, scheint es für Sylvia keine Hoffnung zu geben...
Quelle: OFDB
-------------------------------------------------------------------------------------
Meinung :
Dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit!!!!
Gerade diese Aussage, die man beim ansehen des Films automatisch im Hinterkopf hat, macht dem Zuschauer am meisten zu schaffen, denn man kann es einfach nicht verstehen, das so etwas überhaupt möglich ist und keiner etwas dagegen unternommen hat.
Zum Inhalt:
Im Sommer 1965 werden die Schwestern Sylvia und Jenny in einer Pflegefamilie untergebracht, da ihre Eltern Schausteller sind und den Großteil des Jahres im ganzen Land unterwegs sind. Am Anfang läuft auch alles gut, die Schwestern verstehen sich mit der Pflegemutter Gerti und ihren 6 Kindern sehr gut, doch schon bald beginnt der wahre Horror.
Der Film ist ein Drama, das beim Zuschauer aber den echten Horror auslöst, ungläubig folgt man dem Geschehen, immer mit der Gewissheit im Hinterkopf, das sich wirklich alles so, oder so ähnlich zugetragen hat. Die 16 jährige Sylvia erlebt hier im wahrsten Sinne des Wortes die "Hölle auf Erden", sie wird nicht nur von ihrer Pflegemutter sadistisch gequält, auch deren Kinder und sogar noch Jugendliche aus der Umgebung vergehen sich an ihr. Als die Beteiligten später vor Gericht gefragt werden, warum sie an den Peinigungen teilgenommen haben, kam voon allen lediglich die Antwort: "Ich weiß es nicht".
Und genau diese Antwort spiegelt eigentlich auch den ganzen Film wieder und auch die Ohnmacht, die teilweise durch das Geschehen beim Betrachter ausgelöst wird. Denn es gab eigentlich für Niemanden einen Grund, die kleine Sylvia so unmenschlich zu behandeln, es wirkte eher wie eine Art Gruppenzwang, den man sich einfach nicht erklären kann. Auch die Gleichgültigkeit und das bewuste Wegsehen der Nachbarn, die ständig die Schreie von Sylvia gehört haben, lösen totale Fassungslosigkeit aus. Man kann es nicht verstehen, wie Menschen so grausam und gleichgültig sein können.
Die Ähnlichkeiten zu Jack Ketchum's "Evil", der ja wohl eher lose auf diesem Fall basiert, sind schon frappierend, die Frage, welcher Film besser ist, lässt sich wohl schwer beantworten. Beide Filme gehen unter die Haut und regen den Zuschauer zum nachdenken an, auf jeden Fall gehen beide Filme nicht spurlos an einem vorbei und hinterlassen ihre Spuren.
Was mir bei "An American Crime besonders imponiert hat, sind die wirklich ausgezeichneten Darsteller, allen voran Ellen Page ( Sylvia ) und Catherine Keener ( Gertrude ), die ihren Charaktären wirklich Leben einhauchen und ihnen eine Seele geben. Von Ellen Page war ich schon bei "Hard Candy" begeistert, ich habe selten eine so talentierte Jungdarstellerin gesehen, die in der Lage ist, dem von ihr gespielten Charaktären so viel Leben einzuhauchen.
Fazit :
"An American Crime" ist ein Drama, das gleichzeitig fasziniert und schockiert. Durch die ausgezeichneten Darsteller erlangt der Film eine noch größere Glaubwürdigkeit. Ein Film, der auch zeigt, wie wichtig es ist, auch in unbequemen Situationen nicht wegzusehen und ein Film, der auch ein Mahnmahl ist und Jedem zeigt, wie wichtig es ist, Zivilcourage zu haben.
9/10
_______________________________________________
Ich sage,was ich denke,auch wenn ich nicht immer denke,was ich sage.

Mein Forum
Meine Sammlung |
Infos: Beiträge: 1381 | Mitglied seit: Mai 2007 | IP:
gespeichert | User ist: offline | Thread: melden
Nützliches:
|
# 2
Kittie
Film Guru

     ID # 54


|
erstellt :
21. August 2008 19:38
zitat
pm mail hp
9/10 - diese Wertung hätte auch von mir kommen können.
Zu sagen ob Girl oder Crime besser bzw. schlechter ist, kann ich auch nicht. Beides sind sehr gute Filme und Beide haben ihre Vorzüge, Beide hinterlassen eine bitteren Beigeschmack, Beide...
Ich könnte ewig so weitermachen, aber das würde zu nichts führen.
Er regt auch sehr zum Nachdenken an was andere Filme leider kaum noch schaffen.
_______________________________________________
 Movie-Blog // DVD Sammlung |
Infos: Beiträge: 1652 | Mitglied seit: September 2006 | IP:
gespeichert | User ist: offline | Thread: melden
Nützliches:
|
|